Tiere im Museum
Ardenner Kaltblutpferd
Der Ardenner ist ein kräftiges und ausdauerndes Kaltblutpferd. Die Rasse dient als zuverlässiges Arbeitspferd und unterstützt die Menschen bei vielen Aufgaben in der Landwirtschaft. Mit seiner großen Zugkraft bewegt der Ardenner schwere Pflüge, Wagen und landwirtschaftliche Geräte. Auch beim Holzrücken und beim Transport schwerer Lasten kommt seine Stärke zum Einsatz.
Sein ruhiges Wesen, seine Trittsicherheit und seine körperliche Kraft machen ihn zu einem vielseitigen Helfer. Besonders dort, wo Maschinen nicht eingesetzt werden können oder der Boden geschont werden soll, zeigt der Ardenner seine besonderen Fähigkeiten.
Die Ursprünge der Rasse liegen in den Ardennen. Bereits aus der Antike gibt es Berichte über kräftige gallische Pferde aus dieser Region. Ob diese Tiere direkte Vorfahren des heutigen Ardenners sind, lässt sich allerdings nicht eindeutig nachweisen. Über viele Generationen züchten Menschen den Ardenner gezielt auf Kraft, Ausdauer und Belastbarkeit.
Heute erinnert der Ardenner daran, dass Pferde die wichtigste Antriebskraft auf dem Bauernhof sind. Im Freilichtmuseum zeigt er anschaulich, welche Bedeutung Arbeitspferde für Ackerbau, Transport und Forstwirtschaft haben. Im Museum wird diese Rasse durch Belinda vertreten, die sich gerne von den großen und kleinen Besucherinnen und Besuchern streicheln lässt.
Hausesel
Der Hausesel kommt in vielen Färbungen von Weiß und Grau bis hin zu Braun und Schwarzbraun vor. Typisch sind sein kräftiger Kopf, die langen Ohren und das breite Maul. Da es keine einheitlichen Rassestandards gibt, unterscheiden sich Esel in Größe, Körperbau und Aussehen deutlich.
Als Nachfahre des Afrikanischen Wildesels ist der Hausesel an trockenes Klima, steinige Böden und karge Nahrung angepasst. Er kommt mit wenig und faserreichem Futter aus und frisst neben Heu und Stroh auch gerne Kräuter, Zweige und Blätter. Fette Wiesen und energiereiches Futter verträgt er dagegen nur in kleinen Mengen. In Mitteleuropa besteht deshalb die Gefahr, dass Esel zu viel Futter aufnehmen und übergewichtig werden Deshalb braucht er in menschlicher Obhut eine sorgfältige Haltung: Dazu gehören ein trockener, windgeschützter Unterstand, ausreichend Bewegung, frisches Wasser, artgerechtes Futter und regelmäßige Hufpflege. Esel sind nicht störrisch, sondern reagieren in ungewohnten Situationen vorsichtig und überlegt.
In Mitteleuropa werden Esel seit Jahrhunderten als Last- und Arbeitstiere eingesetzt. Als sogenannte Mülleresel helfen sie in Mühlen, außerdem tragen sie Lasten und ziehen kleine Wagen. Mit der Motorisierung verlieren sie ihre Bedeutung in der Landwirtschaft weitgehend. Im Freilichtmuseum erinnern sie an eine Zeit, in der genügsame und ausdauernde Tiere für Transport, Handwerk und Landwirtschaft unverzichtbar sind.
In unserem Museum haben wir einen weiblichen Esel, sie heißt Susi und ist bereits über 25 Jahre alt.
Deutsches Weideschwein
Charakteristisch für das Deutsche Weideschwein sind eine schwarz-weiße Färbung, ein dichtes Borstenkleid, kleine, aufrechte Ohren und ein spitzer, gerader Rüssel. Diese Rasse stirbt allerdings in den 1970er-Jahren aus, als Verbrauer*innen fettärmeres Fleisch bevorzugten. In Zusammenarbeit mit der Universität Gießen wird im LVR-Freilichtmuseum Kommern das Deutsche Weideschwein, auch Hannoverisch-Braunschweigisches Landschwein genannt, rückgezüchtet. Durch gezielte Kreuzungen verschiedener Schweinerassen wurden die Charakteristika des Deutschen Weideschweins erneut herausgezüchtet. Inzwischen leben die widerstandsfähigen Schweine wieder im LVR-Freilichtmuseum in Kommern.
Glan-Donnersberger Rind
Das Glan-Donnersberger Rind wurde aus der Pfalz kommend zu Beginn des 19. Jahrhunderts in der Eifel und im Hunsrück als Rasse eingeführt. Diese robuste und genügsame Rasse war für die Eifel mit ihrem rauen Klima und den kargen Böden ideal. Durch das Erbrecht der Realteilung mit gleichmäßiger Aufteilung des Besitzes unter allen Erben, waren die Besitzungen in der Eifel stark zersplittert. Für Bauern mit wenig Land war Viehhaltung ein wichtiger Erwerbszweig. Neben Milch und Fleisch benötigten die Bauern Arbeitstiere, die mit dem wenigen und schlechten Futter auskamen. In den 1980er-Jahren war das Glan-Donnersberger Rind akut vom Aussterben bedroht. Wir im Museum haben uns die Erhaltung des Glanviehs zur Aufgabe gemacht.
Coburger Füchse
Das Coburger Fuchsschaf gehört zu den vom Aussterben bedrohten Nutztierrassen. Noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts gab es einzelne lokale Schläge z.B. Coburger Fuchs, Eifler Fuchs. Nach dem Zweiten Weltkrieg wäre diese Schafsrasse fast ausgestorben, da es nicht so viel Fleisch und Wolle liefert wie andere speziell gezüchtete Schafsrassen. Die Wolle ist das Erkennungsmerkmal dieser Rasse: die Lämmer sind rotbraun. Die Wolle wird im Laufe der ersten Monate heller und eignet sich gut zum Spinnen und Färben. Die Schafe sind genügsam und wurden daher früher gerne auf steinigen Böden gehalten.
Weiße Deutsche Edelziege
Weiße Ziegen sind in Mitteleuropa schon seit Jahrhunderten bekannt. 1928 wurden alle weißen Ziegen zu einer Rasse zusammengefasst und unter dem jetzigen Namen weitergeführt. Ziegen wurden oft als „Kuh des kleinen Mannes" bezeichnet, da sich nicht jeder eine Kuh leisten konnte. Hauptnutzen der Ziegen waren ihre Milch und ihre Felle. Ziegenmilch galt für Säuglinge oder Kranke als besonders empfehlenswert. Die Ziegen wurden ebenfalls „Bergmannskuh" genannt, wurden aber auch von Arbeitern, kleinen Angestellten oder Beamten gehalten, um die Haushaltskasse zu entlasten. Die genügsame Ziege konnte fast überall Futter finden und wurde zumeist beim Hüten der Obhut von Kindern oder alten Leuten überlassen.
Diese anmutige Ziegenrasse entstand um die Jahrhundertwende in Thüringen durch die Kreuzung von lokalen Schlägen mit der Schweizer Rasse der Toggenburger Ziegen. Die Thüringer Waldziege kann sowohl braun als auch schwarz sein. Die gefährdete Rasse hat eine Lammung pro Jahr, die meist Zwillinge hervorbringt. Wie die meisten alten Landrassen sind die Tiere robust, genügsam und bringen durchschnittliche Milch- und Fleischleistungen. Spezialisierte Milch- oder Fleischrassen haben die Landrassen im Laufe der Jahre ersetzt. Unsere Tiere haben sich als sehr sprungstark erwiesen. Je nach Höhe des Zaunes trifft man besonders die halbstarken Jungtiere gelegentlich auch außerhalb ihres Geheges an – zumindest, bis sie sich satt gefressen haben. Einige unserer Ziegen tragen Hörner, andere nicht, was genetisch bedingt ist. Unsere Tiere werden nicht enthornt
Gänse
Im Freilichtmuseum Kommern leben Hausgänse. Die Stammform der meisten europäischen Hausgänse ist die Graugans (Anser anser). Hausgänse sind nicht „von Natur aus“ völlig flugunfähig, aber durch Domestikation und Zucht wurden viele Linien schwerer, gedrungener und damit schlechter flugfähig. Bei manchen Tieren kommen zusätzlich Faktoren wie gestutzte Schwungfedern, Kupieren in der Vergangenheit oder Fehlstellungen wie Kippflügel hinzu.
Kurz erklärt
Im Vergleich zu Wildgänsen wurden Hausgänse über lange Zeit auf Fleisch-, Fett- und Legeleistung gezüchtet, nicht auf Flugleistung. Das höhere Körpergewicht und veränderte Körperproportionen machen das Starten und längere Fliegen oft unmöglich oder zumindest stark eingeschränkt.
Hühner
Im Freilichtmuseum Kommern haben wir verschiedene Hühnerrassen.
Bienen
Bienen zu halten war für manche Bauern Nebenerwerb und für die Klöster wichtiges Gewerbe – weniger des Honigs wegen, als zum Gewinnen von Bienenwachs für die Kirchenkerzen. Bis ins 19. Jahrhundert war kaum von Bienenzucht zu sprechen: Wer einen wilden Bienenschwarm an einem Baum fand, schlug ihn vom Ast in einen Flechtkorb, den Bienenkorb, wie wir ihn heute noch von Bildern kennen. Sollten diesem Bienenkorb dann am Ende des Sommers die Waben mit Wachs und Honig entnommen werden, drehte man den Korb auf den Kopf, stellte einen neuen, leeren Flechtkorb oben darauf und musste warten, bis das Bienenvolk in den neuen Korb umgezogen war.
Erst mit ausgeklügelten Bienenstöcken aus Holz konnte man die Waben einfach entnehmen. Prinzip dieser Erfindung ist, den Bienen Holzrahmen mit einer Wachsplatte anzubieten, auf die sie ihre Waben bauen können. Erst 1851 fand man heraus, wann die Bienen sich in einem solchen Holzgehäuse wohlfühlen. Seitdem kann der Imker Holzrahmen voller Bienenwaben aus dem Stock herausziehen, ohne etwas daran zu beschädigen. Er schleudert dann mit einer Zentrifuge den Honig aus den Waben heraus.