(k)ein notbehelf – otto bartning, die diasporakapellen und das serielle bauen

Die Stahlkirche von Otto Bartning auf der Pressa 1928, Fotograf: Hugo Schmölz, © Otto-Bartning-Archiv der TU-Darmstadt

Demnächst im Freilichtmuseum
6.10.2019 bis 25.10.2020

Im Zentrum dieser Ausstellung steht das bis heute einzigartige von Otto Bartning (1883-1959) ab 1945 entwickelte Notkirchenprojekt. Bis 1953 entstanden über 100 Typenkirchen aus vorfabrizierten Elementen, die meist kombiniert mit lokalem Trümmermaterial in Eigenleistung der jeweiligen Kirchengemeinden aufgebaut wurden.

Die Ausstellung spürt zwei Entwicklungslinien des Notkirchenprojekts nach: zum einen der geistig-kulturellen, die den Kirchenbau als Ausdruck der Gemeinschaft, der Verortung sowie der Zeitgenossenschaft begreift, zum anderen dem seriellen und kostengünstigen Bauen mit zeitgenössischen Materialien und Bausystemen. In Fragen der Rationalisierung und Typisierung des Bauwesens setzte sich Bartning als Protagonist der Moderne in der Weimarer Republik eng mit Walter Gropius und den am Bauhaus vorangetriebenen Leitideen auseinander.

Beide Entwicklungslinien kulminierten in der Zwischenkriegszeit in Bartnings Schlüsselwerk der Stahlkirche (1928), die deshalb ebenfalls in der Ausstellung prominent behandelt wird. Anschaulich werden die Ideen in der Diasporakapelle aus Overath (1951), die als Notkirche Bartnings in das LVR-Freilichtmuseum Kommern transloziert und im Juli feierlich auf dem Marktplatz Rheinland eröffnet wird.